Ausstellung

Anders als andere Museen will das Sankt Pauli Museum gar nicht unbedingt sein, vielmehr ergibt sich dieser Umstand aus der Geschichte des Stadtteils, den damit verbundenen Themen und der Leidenschaft des für Ausstellung und Drumherum verantwortlichen, ehrenamtlich arbeitenden Vorstands des Museums, der aus Anwohnern im Stadtteil besteht.

Im Sankt Pauli Museum will man nicht plakativ barbusige Damen oder spannernde Freier zur Schau stellen, auch wenn diese natürlich ebenso zu St. Pauli gehören. Das Museum möchte Besuchern zeigen, wie der Stadtteil entstanden ist, welchen Wandel er durchlebt hat, aber es auch aktuell immer wieder tut.

St. Pauli fasziniert und begeistert feierwütige Jungscharen an den Wochenenden. St. Pauli ist aber auch Wohnraum für hier geborene und Zugezogene. St. Pauli transformiert sich ständig und so widmete sich eine Ausstellungsreihe im Jahr 2014 diesem Thema in allen Facetten. Mit Collagen, aber auch mit schauspielerischen Darbietungen und Lesungen zeigte das Sankt Pauli Museum, wie sich der Stadtteil verändert hat. Man beschäftigte sich mit den Fragen, wie aus den Revuetheatern und Tanzcafés der 50er und 60er Jahre die Partymeile Reeperbahn entstand. Oder wie ein Hausbesetzer oder Seemann heute noch auf dem im Volksmund genannten „Kiez“ wahrgenommen wird.

Damit die Zeiten der von Autonomen besetzten Häuser in der Hafenstraße in den 80er Jahren nicht vergessen wird und wie von Politik und Anwohnern damit umgegangen wurde – auch das ist St. Pauli und gehört in ein Museum. Ob es Parallelen zu aktuell brisanten Themen wie dem Abriss der wohl bekanntesten Tankstelle und vor allem den dazugehörigen Wohnhäusern gab, diesem Thema widmete sich die Ausstellung „#2112“. Der Vorteil des kleinen Museums ist definitiv der übersichtliche fünfköpfige Vorstand, der ad hoc auf solche Geschichten reagieren kann und den Besuchern, aber auch den St. Paulianern selbst, ein Forum bietet, um diese Themen zu bewältigen, bevor sie zur Geschichte werden.

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