Sonderausstellungen

  • Vernissage „Meine kleine Treppe“ – von Michel Ruge21.12.2018 ab 19 Uhr im Sankt Pauli Museum

    Liebe Gäste, Mitglieder, Family and Friends,
    wir laden Euch herzlich auf unsere Ausstellung am 21.12.2018 im St. Pauli Museum ein.

    „Meine kleine Treppe auf St.Pauli- Michel Ruges persönliche Retrospektive“
    Beginn: 19 Uhr

    Michel Ruge ist als Sohn eines Bordellbesitzers und einer Kellnerin 1969 auf St.Pauli geboren und dort aufgewachsen. Über seine Kindheit und Jugend hat er ein Buch geschrieben: „Bordsteinkönig“- ein SPIEGEL-Bestseller. Ende der 90-er Jahre zieht Ruge nach Berlin, arbeitet dort als Türsteher, Personenschützer und betreibt eine Schule für Kampfsport. 2016 kehrt der Buchautor zurück nach Hamburg und zieht in das älteste Sahlhaus auf St.Pauli mit eigenem Eingang und einer kleinen Treppe davor.
    Seit 2013 engagiert sich Ruge aktiv für den Milieuschutz und den Erhalt der kulturellen Vielfalt auf St.Pauli. Dazu gehört für ihn auch das Erotikbusiness. Seiner Meinung nach hat nicht zuletzt das Rotlicht dafür gesorgt, die Reeperbahn zu einer der berühmtesten Straßen weltweit zu machen. Er kämpft für das Authentische und hat Sorge, dass die sündige Meile immer mehr zu einer Art Disney-World verkommt.
    Michel lädt seine Nachbarschaft gern zum Kaffee auf seine Treppe ein und damit auch zu einem kleinen Schnack. Das Besondere an den Treppengesprächen ist die Vertrautheit und Intimität, die zwischen Ruge und seinen Besuchern herrscht. Was er dort zu hören bekommt, bringt ihn und TV-Redakteurin Jasmin Taiebi im Juni 2017 auf die Idee zu diesem gemeinsamen Foto-Projekt.
    Die meisten seiner Gäste sind Zeitzeugen der sogenannten goldenen Jahre von St.Pauli, von Anfang der 60-er bis Mitte der 80er Jahre. Sie haben die Zeit, als das Geschäft mit der käuflichen Liebe noch boomte, miterlebt und aktiv mitgestaltet. Die besonderen Momente zwischen Michel Ruge und seinen Gästen fängt Jasmin Taiebi mit dem I-Phone ein. So entstehen private Einblicke in ein weitestgehend unbekanntes Stück Hamburg. Ruge schreibt dazu kurze subjektive Portraits, basierend auf den Erzählungen seiner Gäste- Michels ganz persönliche Retrospektive auf seiner kleinen Treppe auf St.Pauli.

    Michel & Olivia auf der Treppe

    (Text & Fotos: Michel Ruge)

  • Kulturerbe St. Pauli?!St. Pauli als immaterielles UNESCO Weltkulturerbe – Schnapsidee oder Chance?

    Wer hier auch immer die Worte St. Pauli in den Mund nimmt, hat dazu eine Haltung und ein Gefühl. Denn genau das ist St. Pauli auch, wenn man mal ganz genau hinschaut:

    St. Pauli ist eine Haltung, ein Gefühl – und eben nicht nur ein weltweit einzigartiger Ort.

    So oft fragen wir uns, welche Vorzeichen wir für St. Pauli setzen. Für einen Ort, dessen Existenz in einem Amüsierviertel begründet ist, der im Miteinander wie das urbanste Dorf der Welt wirkt, obwohl in der Hauptsaison die halbe Welt zu Gast scheint – wodurch sich manche schon den steigenden Touristenzahlen ausgeliefert fühlen und Verdrängung befürchten.

    Was als Schnapsidee der Projektgruppe „Große Freiheit am Tag des offenen Denkmals“ begann, hat in den letzten Wochen eine unglaubliche Eigendynamik entwickelt: St. Pauli als immaterielles UNESCO Weltkulturerbe?

    So verrückt die Idee im ersten Moment klingt, so ernst ist doch der Hintergrund:

    St. Pauli von seiner anderen Seite zu zeigen. Als kreativen Kraftort, als Ort unglaublicher und historisch über 400 Jahre gewachsener kultureller Vielfalt. Als Kraftort, der als ständigen Kraftakt die Balance zwischen kreativem Chaos und bürgerlicher Ordnung probt, zwischen Kunst, Kultur und Kommerz. Ein Kraftakt, auf den – trotz all der Reibungen, die dieses ewige Spannungsverhältnis produziert – letztlich doch irgendwie alle Seiten stolz sind.

    Im Laufe der letzten Monate haben sich hinter dieser ungewöhnlichen Idee Protagonisten als Initiative „Kulturerbe St. Pauli“ zusammen gefunden und täglich schließen sich Initiativen, Einrichtungen, Institutionen und auch Einzelpersonen dem Projekt an.

    Alle Infos dazu gibts bei uns im Museum oder auf www.kulturerbesanktpauli.net

    Schaut mal rein!